ZILCH + MÜLLER INGENIEURE

ZM-I
Diagnostic

Anneliese Hagl, Glasbau bei ZM-I

Im Gespräch zum Thema Bauwerksuntersuchung und ZM-I Diagnostic:

Dr.-Ing. Erwin Penka
Projektgruppenleiter ZM-I Diagnostic
Prokurist


Was ist bei ZM-I darunter zu verstehen?

Wir beurteilen den Zustand eines Tragwerks. In der Regel wird der Bauwerkszustand im Hinblick auf die Faktoren Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit beurteilt. Die Beurteilung des Bauwerkszustandes erfolgt im Regelfall visuell. Bei Schäden, bei denen eine Beurteilung rein visuell nicht möglich ist kommen zerstörungsfreie oder möglichst zerstörungsarme Untersuchungsmethoden zum Einsatz.

Kein Bauwerk gleicht dem anderen somit muss je nach Fragestellung der Untersuchungsumfang neu entschieden und abgestimmt werden.


Wann kommt ZM-I Diagnostic zum Einsatz?

Sie kommt zum einen zum Einsatz, wenn Veränderungen an der Bausubstanz, wie z.B. Instandsetzungsmaßnahmen oder Umbaumaßnahmen aufgrund von Nutzungsänderungen, vorgenommen werden sollen. Im Zuge der Ist-Zustandsermittlung stellt sich häufig heraus, dass Bestandsunterlagen lediglich lückenhaft oder gar nicht vorhanden sind und tiefgreifendere Untersuchungen notwendig sind (zerstörungsfreie oder zerstörungsarme Prüfmethoden). Hierfür erstellen wir in Abstimmung mit dem Bauherrn ein Untersuchungskonzept, führen dieses durch und dokumentieren die Ergebnisse in einem Bericht.

Zum anderen führen wir wiederkehrende Bauwerksprüfungen durch, die zum Teil normativ geregelt sind. Dabei wird zwischen dem Hochbau (z.B. weitgespannte Tragwerke > 12 m, Versammlungsstätten etc.) und dem Ingenieurbau (z.B. Brückenbauwerke, Stützbauwerke, Lärmschutzwände etc.) unterschieden.

Für den Ingenieurbau stellt die DIN 1076 die Grundlage für die Bauwerksprüfung dar. Diese schreibt eine regelmäßige Prüfung und Überwachung von Ingenieurbauwerken im Zuge von Straßen und Wegen vor. Der Baulastträger steht in der Pflicht die Bauwerke alle 6 Jahre im Zuge einer Brückenhauptprüfung handnah visuell auf Mängel/Schäden zu prüfen. Hierfür sind in der Regel Zugangstechniken wie z. B. Hubsteiger, Brückenuntersichtgeräte oder Seilzugangstechnik erforderlich. Drei Jahre nach einer Hauptprüfung sind die Bauwerke einer einfachen Prüfung ohne spezielle Zugangstechnik zu unterziehen. Auftraggeber sind hier in der Regel Bauträger öffentlicher Hand, wie z.B. staatliche Bauämter.

Seit dem Einsturz einer Eissporthalle in Bad Reichenhall ist die regelmäßige Prüfung und Überwachung von Bauwerken nicht mehr nur allein bei Ingenieurbauwerken, sondern auch bei Hochbauten geregelt. Grundlage hierfür sind die VDI Richtlinie 6200, die Hinweise ARGEBAU oder die RÜV. Darin werden Gebäudetypen in verschiedene Schadensfolgeklassen unterteilt. Je nach Einstufung des Bauwerks sind regelmäßige Überprüfungen erforderlich. Unser Hauptaufgabengebiet liegt hier in der visuellen Untersuchung und Beurteilung von Sporthallen, Schwimmhallen und Industriegebäuden. Auftraggeber sind hier in der Regel Bauträger der öffentlichen Hand, wie z.B. die Bauämter der Städte und Gemeinden oder Auftraggeber aus der Industrie.

Je nach festgestelltem Schadensumfang und Bedarf folgt nach einer der vorab genannten visuellen Untersuchung eine erweiterte Untersuchung, die sogenannte objektbezogene Schadensanalyse. Wir unterscheiden bei der Bauwerksuntersuchung zwischen zerstörenden Untersuchungen oder der eleganteren Methode – den zerstörungsfreien Untersuchungen mit Hilfe unserer professionellen und umfassenden Ausstattung an Diagnosegeräten, wie z.B. Bewehrungsortungsgeräten, Radar, Ultraschall, Videoskopie etc.


Warum ist die Bauwerksuntersuchung für den Bauherrn so wichtig?

Der Bauherr haftet für alle Schäden an Personen oder Gegenständen, die durch sein Bauwerk verursacht werden. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist er für die Verkehrssicherheit seines Bauwerks verantwortlich.

Zusätzlich kann bei Instandsetzungsmaßnahmen eine ausführliche Ermittlung des Ist-Zustandes des Bauwerkes zu Kosteneinsparungen führen. In jedem Fall aber liefert die Bauwerksprüfung eine größere Planungssicherheit bei den geplanten Maßnahmen.


Werden spezielle Geräte oder Software hierfür eingesetzt? Wie ist die Herangehensweise?

Die Geräte, die für unsere zerstörungsfreien Untersuchungen zur Verfügungen stehen, sind hier genauer beschrieben.

Zur Durchführung der wiederkehrenden Bauwerksprüfungen steht uns außerdem ein eigens entwickeltes Software Tool zur Erfassung, Bewertung und Dokumentation der Untersuchung zur Verfügung.

Das „ZM-I digitale Bauwerksbuch“ greift auf digital hinterlegte Bauwerksdaten wie Baupläne, Statik- und Bewehrungspläne zu. Mit der Software „ZM-I digitale Bauwerks-Diagnose“ erfolgt die Eingabe und Dokumentation der Schäden und Auffälligkeiten vor Ort auf einem iPad. Die Applikation führt den Prüfer durch eine standardisierte Erfassung und Bewertung. Schadensbilder können direkt erfasst und die Schäden digital auf einem Plan verortet werden. Sie sind so jederzeit wieder auffindbar. Durch diese standardisierte Bewertung werden Schäden miteinander vergleichbar. Die Zustandsnote, deren Bewertungsform ursprünglich aus dem Ingenieurbau stammt, und die daraus resultierende Schulnote des Bauwerks gibt dem Ingenieur und dem Bauherrn Kenntnis über den Bauwerkszustand. Es entsteht ein klares und objektives Bild des Bauwerkszustands, das auf Fakten basiert. Mit „ZM-I digitale Bauwerks Diagnose“ erreichen wir noch mehr Transparenz und verständliche klare Bewertungsaussagen indem wir ein integriertes Tool zur Berichtserstellung verwenden, wodurch eine schnellere Bewertung und somit eine schnellere Reaktion ermöglicht wird.

Als Individuallösung für besonders große und unübersichtliche Bauwerke setzt ZM-I RFIDs als Markierungspunkte im Bauwerk ein, die normalerweise in Kaufhäusern ähnlich wie Barcodeträger eingesetzt werden. Diese Markierungspunkte enthalten Tagnummern, die über einen Scanner direkt mit „ZM-I digitale Bauwerks-Diagnose“ gekoppelt werden. D.h. anhand der Tagnummer sieht der Prüfer sofort die betreffende Achse bzw. den Standort im Gebäude und kann sich mithilfe des ZM-I Tools über entsprechende vorher erfasste Auffälligkeiten informieren oder direkt neue Auffälligkeiten im System vermerken.


Sind besondere Qualifikationen erforderlich?

Ja, die Ingenieurekammern der Länder führen Listen von fachkundigen und von besonders fachkundigen Personen für die einzelnen Fachrichtungen Massivbau, Metallbau und Holzbau, die wiederkehrende Bauwerksprüfungen von Gebäuden durchführen können. Im Straßenwesen führt für den Ingenieurbau der VFIB eine Liste der qualifizierten Bauwerksprüfer.

ZM-I kann in allen Bereichen die Untersuchung durch ausreichend qualifizierte Personen durchführen lassen. Eine Untersuchung vor Ort erfolgt bei ZM-I immer durch mindestens zwei Personen. Für die Verwendung unserer Untersuchungsgeräte sowie die die Interpretation der Ergebnisse ist ein hoher Erfahrungsschatz notwendig. Dabei werden die Untersuchungsgeräte ausschließlich von geschulten, fachkundigen Ingenieuren bedient.

Das ZM-I Diagnostic Team verfügt über folgende Qualifikationen:

  • Fachkundige und besonders fachkundige Personen für wiederkehrende Bauwerksprüfung (Massivbau, Metallbau und Holzbau)
  • Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger Beton-, Stahlbeton- und Spannbetonbau
  • Zertifizierte Ingenieure Bauwerksprüfung nach DIN1076
  • IPAF Zertifizierung zur Führung von Hubarbeitsbühnen
  • FISAT Level 1 und Level 2 Zertifizierung für die Seilunterstütze Bauwerksprüfung
  • Betontechnologie

Gibt es besondere Herausforderungen bei ZM-I Diagnostic Aufträgen?

Bei alten Gebäuden sind teilweise Baustoffe vorhanden, die den neuen Anforderungen an einen Umbau oder eine Erweiterung nicht unbedingt gerecht werden. Basierend auf unserer umfangreichen Wissenssammlung in unserem eigens entwickelten ZM-I Intranet liefert die ZM-I Diagnostic die wichtigen Antworten für die weiteren Maßnahmen.

Bauwerke sind nicht immer handnah mit technischen Hilfsmitteln wie z.B. Hubsteigern oder Brückenuntersichtgeräten erreichbar. Hierfür haben wir Ingenieure in der Seilzugangstechnik ausbilden lassen.