ZILCH + MÜLLER INGENIEURE

ZM-I
Ingenieurbau

Paulina Sleziak, Ingenieurbau bei ZM-I

Im Gespräch zum Thema Ingenieurbau am Beispiel Brücke Ossenzhausen über ST2232 und DB:

Dipl.-Ing. Paulina Sleziak
Projektingenieurin



Projektbeschreibung:
Die 1973 gebaute Brücke überführt eine Gemeindeverbindungsstraße und führt über die Staatstraße St2232 sowie über die zweigleisig elektrifizierte Bahnstrecke- München – Nürnberg, genauer gesagt Pfaffenhofen – Rohrbach. Infolge eines Anfahrschadens wurde das Mittelfeld des Bauwerks so stark beschädigt, dass der komplette Überbau ersetzt werden musste. Der Abbruch des Mittel- und Randfelds über der DB erfolgte jeweils während einer einzigen Nachtsperrung innerhalb von ca. 8h.


Wie sah der Start dieses Projektes aus?

Der Bauherr hat ZM-I für die Erstbegutachtung des Anfahrschadens sowie der Prüfung des Brückenzustands beauftragt. Aufgrund der hohen Dringlichkeit, bedingt vor allem durch die verkehrlich bedeutsame Bahnstrecke, mussten wir umgehend reagieren. Um die Freigabe des Bahnverkehrs dieser Strecke sicherzustellen, war zuerst ein zeitnaher Einbau temporärer Unterstützungsmaßnahmen nötig. So wurde Zeit geschaffen, um den Abbruch des geschädigten Feldes zu planen und die Standsicherheit der verbleibenden Konstruktion zu prüfen.


Wie ging es weiter?

Das Staatliche Bauamt Ingolstadt hat uns weiter mit der Planung des neuen Überbaus beauftragt. Die Zustandsbeurteilung ergab, dass die Erneuerung leider unumgänglich war. ZM-I führte die Objekt- und Tragwerksplanung für den Abbruch und Ersatzneubau in allen Leistungsphasen durch.




Was waren die besonderen Herausforderungen?

Die Zeitspanne, die sowohl für den Aushub des Überbaus als auch für den Einhub der Fertigteilträger über der ICE-Strecke zur Verfügung stand, war sehr knapp. Es wurde jeweils nur eine Sperrpause von ca. 6 Stunden eingeplant. Eine bautechnische Lösung, d.h. die Entwicklung einer entsprechenden Fertigteil-Ortbetonkonstruktion, für die vorgegebenen Bau- und Sperrzeiten zu finden, war nicht ganz einfach. 

Hinzu kam, dass Gradiente und Durchfahrtshöhe als Planungsrandbedingungen gegeben waren. D.h. die Höhe war limitiert, da der Überbau auf die bestehenden Unterbauten aufgelegt werden musste. Beachtet werden mussten zudem die großen Vorspannkräfte aufgrund des gedrungenen Querschnitts sowie die hohe Betonfestigkeit. Aufgrund der geometrischen Randbedingungen konnten aktuelle Planungsstandards nicht ohne Weiteres übernommen werden, sondern mussten einzeln bewertet und angepasst werden.

Nicht zu unterschätzen ist auch der hohe Abstimmungsbedarf bei einem solchen Projekt. In diesem Fall gehörten neben dem Bauherrn auch die Bahn, diverse Behörden und unterschiedliche Ausführungsfirmen zu den Projektbeteiligten.


Wie begegnete ZM-I diesen?

Es war eine sehr konstruktive Zusammenarbeit, geprägt von intensiver Kommunikation und Koordination mit allen Partnern, um dem hohen Abstimmungsbedarf zu entsprechen. 

Im Entwurf wurden die geometrischen und baubetrieblichen Randbedingungen bei der Wahl des statischen Systems berücksichtigt. Mit der Kombination einer Vorspannung im sofortigen und nachträglichen Verbund war es möglich, die Fertigteile in der vorgegebenen Zeit zu produzieren und die aufgrund der vorhandenen Schlankheit geforderten Vorspanngrade zu realisieren. Mit der Berücksichtigung der baubetrieblichen Belange schon in der Planung waren die Grundlagen für die ausführende Firma geschaffen die Fertigteile termingerecht herstellen und einheben zu können.

Für den Einhub haben wir eine spezielle Hilfskonstruktion entwickelt, die den Einbau in 6 h überhaupt durchführbar machte. 

Neben der Herstellung von vielen geometrisch unterschiedlichen Fertigteilen wurden sogar – in Zusammenarbeit mit den Fertigteilbaufirmen – spezielle Zusatzstoffe entwickelt, um den Anforderungen bezüglich Kräfte und Herstellungszeit gerecht zu werden.


Was sprich für ZM-I als Planer im Ingenieurbau?

Unsere Ingenieure in der Tragwerksplanung und Objektplanung sind hervorragend ausgebildet. Ihr fundiertes fachliches Know-How wird durch das firmeneigene Wissensmanagement gefördert und gepflegt. Gepaart mit langjähriger baupraktischer Erfahrung und einem breiten Leistungsportfolio sind wir so in der Lage, dem Bauherrn in allen Leistungsphasen mit seinen spezifischen Anforderungen – konstruktiv und wirtschaftlich - beratend zur Seite zu stehen. Besonders hilfreich sind hierbei die Erfahrungen, die ZM-I durch viele unterschiedliche Baumaßnahmen in der Instandsetzung gesammelt hat, und die natürlich in die Planung miteinfließen.


Welche weiteren Leistungen bietet ZM-I im Ingenieurbau an?

Zu unserem Leistungsportfolio gehören Planungen für den Neubau und die Instandsetzung in den folgenden Bereichen:

  • Eisenbahn-, Straßen- und Fußgängerbrücken
  • Tunnel
  • Haltestellen/Bahnsteige
  • Lärmschutzwände Straße/Bahn
  • Stützwände
  • Feste Fahrbahn für Trambahnstrecken
  • Baugrubenverbauten