80 Meter Abgrund

80 Meter Abgrund

Baustatische Prüfung | Bauwerksuntersuchung

80 Meter Abgrund

Deutschlands größte Behelfsbrücke steht direkt neben dem Baudenkmal Echelsbacher Brücke

Vor Ort heißt vor Ort: Bauwerksprüfer bei der Arbeit.

Die 130 Meter lange Echelsbacher Brücke ist ein technisches Meisterwerk. Nun wird das 1929 errichtete Baudenkmal durch einen Neubau ersetzt. Wir begleiten das Projekt von Anfang an.

80 Meter fällt die Ammerschlucht bei Bad Bayersoien ab, ein neuralgischer Punkt der B 23 zwischen Garmisch-Partenkirchen und Augsburg. Seit 1929 überspannt sie ein gewaltiger Bogen aus Beton und Stahl, die Echelsbacher Brücke. Das 130 Meter lange Baudenkmal gilt als größte Melan-Brücke, die noch immer in Betrieb ist. Gerade wird sie erneuert. Der Verkehr fließt währenddessen über Deutschlands größte je errichtete Behelfsbrücke, eine 266 Meter lange Konstruktion.

Es ging um die Frage:
Neubau oder weitere Instandsetzung?

Bauwerke stehen im Spannungsfeld zwischen Alterungsprozess und gleichzeitig steigenden Anforderungen an den Verkehrsweg (Verkehrsraum und -aufkommen). Neben den Bauwerksuntersuchungen spielt die rechnerische Beurteilung der Tragfähigkeit eine zentrale Rolle. Dazu haben wir die Melankonstruktion in allen Einzelteilen modelliert und konnten so das Tragverhalten und die Belastbarkeit der Bestandskonstruktion im Detail beurteilen. Mit unseren Untersuchungen und Berechnungen konnten wir damit den Bauherrn bei der Frage „Neubau oder weitere Instandsetzung?“ beraten und unterstützen.

 

Gewusst wie: Alt stützt Neu

Für den Ersatzneubau wird der Bestandsbogen als Traggerüst genutzt und stützt so den Neubau bei der Herstellung. Damit schließt sich für den Bogen nach fast einem Jahrhundert der Kreis, der schon 1929 als Traggerüst bei der Herstellung der Echelsbacher Brücke gedient hatte.

Eleganter Bogenschlag: die Echelsbacher Brücke
Unser besonderes Augenmerk gilt der Interaktion zwischen Bestandsbogen und Neubau.
 
Deutschlands größte Behelfsbrücke …
… übernimmt die Verkehrslast
Wir bündeln das Wissen unterschiedlicher Fachbereiche: von der Bauwerksprüfung und -untersuchung bis hin zur rechnerischen Bewertung des Bestands

Gewusst wo: Bauwerksprüfung

Selbst ausgefeilteste Ingenieurbauwerke wie die Echelsbacher Brücke altern. Unsere Aufgabe besteht darin, sie regelmäßig zu begutachten und zu bewerten. Dazu kommen Sonderprüfungen in engen Zeitabständen, die unseren Bauwerksprüfern viel abverlangen. Bei der Echelsbacher Brücke heißt das: abseilen. Dabei nehmen wir Umweltbelange ernst. Das streng geschützte Große Mausohr hat an und in der Brücke sein Quartier bezogen. Diese seltene Fledermausart soll nicht heimatlos werden. Dazu bündeln wir das Wissen unterschiedlicher Fachbereiche: von der Bauwerksprüfung und -untersuchung bis hin zur rechnerischen Bewertung des Bestands. Nur durch interdisziplinäres Vorgehen konnte der Grundstein für den Fortbestand des Verkehrsweges gelegt werden.

Nur durch interdisziplinäres Vorgehen konnte der Grundstein für den Fortbestand des Verkehrsweges gelegt werden.
Schwindelfreiheit von Vorteil: Inspektion der Echelsbacher Brücke.

Seit über zehn Jahren überwachen wir (Dr.-Ing. Markus Hennecke) das Baudenkmal und übernehmen die baustatische Prüfung des Neubaus. Nachdem sich die Bauverwaltung für den Neubau entschieden hatte, begleiten wir den Tragwerksentwurf der Bürogemeinschaft Dr. Schütz Ingenieure, Kolb Ripke Architekten und Narr Risk Türk Landschaftsarchitekten in den weiteren Planungsphasen.