Wie ein Wolkenkratzer im Wasser

Wie ein Wolkenkratzer im Wasser

Bauüberwachung

Wie ein Wolkenkratzer im Wasser

Bei Ohu entsteht ein gigantisches Autobahnkreuz. Bei der Großbaustelle sind Präzision und Erfahrung gefragt. Und der richtige Ton im richtigen Moment.

Kleeblatt bei Landshut: Arbeit bei Tag und Nacht.

Das ist ein Monster, entfährt es Günther Schweiger, eine 1000 Meter lange Schwergewichtswanne aus 110.000 Kubikmetern Beton. Das Kleeblatt an der Überleitung der Bundesstraße B15 neu zur A92 bei Ohu ist eine der größten Autobahnbaustellen Bayerns.

Millionen Jahre altes Grundwasser

Schweiger hat den Koloss gebändigt. Der Oberbauleiter sorgt dafür, dass die Unterquerung plangemäß fertiggestellt wird. Eine Herausforderung. Denn das Grundwasser an der Isar steht hoch. Viel zu hoch für eine normale Baustelle. Bereits die A92 verläuft auf einem Damm. Für den neuen Autobahnanschluss müssen Spundwände bis zu 12 Meter tief in den Boden getrieben werden, durch das obere Grundwasserstockwerk in eine drei Meter starke Lehmschicht.

Darunter liegt bestes Trinkwasser aus den Millionen Jahre alten tertiären Bodenschichten, welches unter Druck steht und einen Aufbruch der Baugrubensohle verursachen würde, sobald eine gewisse Erdmasse abgetragen ist. Also werden 25 Meter tiefe Brunnen angelegt, die den Druck reduzieren. Darauf liegt nun die wasserdichte  Schwergewichtswanne wie ein gigantisches Schiff, das nie schwimmen wird. Allein die Bodenplatte ist bis zu drei Meter stark. Aufgerichtet wäre das Bauwerk ein Wolkenkratzer, höher als Rekordhalter Burj Kalifa mit seinen 828 Metern.

Wir setzen auf die Erfahrung unserer Mitarbeiter.

Was für Qualitäten braucht es für die Bauüberwachung bei einem solch komplexem Projekt? Genauigkeit? Nerven aus Stahl? „Erfahrung“, antwortet Schweiger. Der Ingenieur hat bereits einige Großprojekte gestemmt, darunter zwei Tunnel am Mittleren Ring in München. Zusammen mit seinem Kollegen, der die Bauüberwachung vor Ort übernimmt, sorgt der Ingenieur dafür, dass alle Pläne genau ausgeführt werden: von der Statik bis zur Betonqualität, die laufend kontrolliert wird.

Wenn nichts Standard ist, beginnt die eigentliche Arbeit

Nichts ist Standard auf dieser Baustelle. Selbst das Trinkwasser darunter muss geschützt werden. Objektüberwachung, Planprüfung und Abnahme von Bauleistungen bedeuten vor Ort, dass immer etwas passieren kann auf einem der 13 Bauabschnitte. Schweiger und seine Kollegen müssen schnelle und sichere Lösungen finden – zusammen mit allen Beteiligten. Da reicht es eben nicht, Pläne zu lesen. Wir müssen mögliche Probleme schon vorab erkennen, sagt Schweiger. Und entsprechend vorbauen.

Oberbauleitung heißt auch, Verträge und Leistungsbeschreibungen zu Aushub, Verbauarbeiten, Rückverankerungen, Schalung und Bewehrung durchzuarbeiten. Vor Ort geht es immer um Feinheiten – bis hin zum richtigen Ton bei Kollegen und Arbeitern. Zum Glück wollte Schweiger schon immer raus, auf die Baustelle. Bereits im Studium. Ein reiner Bürojob wäre nichts für ihn.

Wir möchten Probleme schon vorab erkennen.